Die häufige Revidierung bei zunächst "erfolgreich" tumorspezifisch behandelten Krebspatienten weist
darauf hin, daß die als kausal angesehene und ausschließlich geforderte Beseitigung des Krebstumors
nicht gleichbedeutend sein kann mit der Beseitigung der Krebskrankheit.
Die komplexe Schädigung des körpereigenen Immun- und Repair-Systems ist als Voraussetzung der
Tumorbildung anzusehen. Damit kann die wie auch immer entstehende Krebszelle nicht mehr als solche
erkannt und abgebaut und somit die Tumorbildung nicht mehr verhindert werden.
Die immunbiologische Forschung stützt die Erfahrung ganzheitlich orientierter Ärzte, daß Krebs nicht
primär als lokal-zelluläres, sondern als ganzheitlich-immunologisches Problem anzusehen ist. Die thera-
peutische Konsequenz hieraus ist es, den Wiederaufbau der beim Tumorkranken durch vielfältige Fak-
toren bzw. zerstörte Immunlage der Tumorbeseitigung gleichzuordnen.
Somit muß neben die tumorspezifische lokale Therapie eine umfassende tumorunspezifische Ganzheits-
therapie treten. Letztere hat die Aufgabe, die Voraussetzung zur weiteren Tumorbildung zu beseitigen,
also das geschädigte Immun- und Repair-System therapeutisch wiederherzustellen. Diese gezielte Lang-
zeit-Therapie darf nicht als alternative
Medizin mißdeutet werden, sondern
sie ist als additive Komponente zeitge-
mäßer Krebsmedizin obligatorisch
anzuwenden.
Dr. med. Josef Issels
Ganzheitliches Konzept der
Krebstherapie
ca. 60 Seiten, ISBN 3-88699-008-7
E 7,67
DM 15,-